Klaus Roehm
Klaus Roehm 

Press

Sublime Havana,

La Orquesta Sublime con Melquiades Fundora y Klaus Roehm

 

Orquesta Sublime - Sublime Havana

Bembe Records

 

By: Alford Daley Jr.

Mar 10, 2001

 

Artist: Orquesta Sublime

Title: Sublime Havana

Label: Bembe Records (www.bembe.com)

 

On "Sublime Havana," we can listen to the revival of classic Cuban compositions in modern appealing arrangements for the younger generation. This CD reunites the band with its original founder, flutist Melquiades Fundora (he is all over the place with his solos); you also have producer, saxophonist/flutist Klaus Roehm. This combination plus the arrangements of Santiago Barbon is what gives this CD it's modern sound. …The solos on the flute by Fundora and sax by Roehm are delightful. Cut #5, "La Pachanga," is a real party animator. This old time tambora really rocks - again the sax solo is great!!

 

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December 25, 2000

Reviewer: david penalosa

 

As Ry Cooder did with the Buena Vista Social Club, German-born saxophonist Klaus Roehm both played with Orquesta Sublime and helped them release albums outside of Cuba. Orquesta Sublime, which was founded in 1956, was still playing in Habana Vieja, Havana's old town district, but it took the involvement of a foreign musician to get Sublime Havana recorded and released. The world is definitely a better place for the album' s release, because even though Sublime Havana doesn't tread new musical territory, it does testify to the great variety and unassuming musicianship of traditional Cuban charanga music. The strength of the album lies in the classics which the band covers, from the traditional trova song "El Fiel Enamorado" to "El Que Más Goza" by Israel "Cachao" López. The album ends by paying even more respects to its past by covering "Mi Yambú", an Afro-Cuban rumba written by the legendary Ignacio Piñeiro, whose name graces one of Havana's most important musical foundations. On most of the covers, as well as the group's originals, it's also pleasantly surprising that Roehm's saxophone playing, particularly on tenor, blends more seamlessly into its musical surroundings than Cooder's slide guitar ever did. This is important, as Sublime Havana's greatest ambition and principle is success is its perfect preservation of the celebrated traditional Cuban sound.

 

- Nathan Thornburgh, All Music Guide

 

 

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Stands Out from the Crowd

December 19, 2000

 

An interesting release comes from Orquesta Sublime and their Sublime Havana. …Originally formed in 1956 and still led by Melquiades Fundora, here they are joined by sax player Klaus Roehm who added some very tasteful playing to their exquisite willowy flute and charanga sound. …Definitely give this one your attention-its stands out from the crowd

 

- Dave Hucker. Beat Magazine 12/00

 

 

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LA JIRIBILLA

El regreso de la charanga

 

Joaquín Borges–Triana | La Habana

 

…el disco Sublime Havana, grabado por la Orquesta Sublime en compañía del saxofonista alemán Klaus Roehm para la firma estadounidense Bembé Records…

En tal logro desempeña un rol fundamental la participación de Klaus Roehm como productor musical e instrumentista, que alterna constantemente solos con el legendario flautista Melquíades Fundora.

 

2002. La Jiribilla. Cuba.

http://www.lajiribilla.cu

http://www.lajiribilla.cubaweb.cu

 

 

 

Freitag 08   18. Februar 2000

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La Sublime - mi amor  

 

DIALOG AUS LEIDENSCHAFTEin deutscher Saxophonist verneigt sich vor einer faszinierenden Episode der kubanischen Musikgeschichte

 

Es ist fast so wie mit Buena Vista Social Club und Ray Cooder, nur dass ihnen zum großen Glück ein Wim Wenders fehlt. La Sublime nennen sie sich, was so viel heißt wie "die Erhabene" - "die Himmlische", und vielleicht ist ihre Musik auch so. Klaus Roehm jedenfalls zweifelt nicht daran, und das sieht und hört man, wenn in Havanna der Deutsche mit den großen Alten der kubanischen Musik kommuniziert. Ich verstehe davon nicht sehr viel, aber die Klänge aus der Karibik öffnen mir das Herz, und nicht erst seit Wim Wenders.

 

Wir sitzen im Garten der Casa de la Amistad im Stadtteil Vedado, ein bisschen abseits von der calle 23, zwischen dem Filminstitut ICAIC und dem berühmten Pavillon Coppelia. Dort, wo man beim Umdrehen immer wieder das Denkmal auf der Plaza de la Revolución am Horizont sieht. Einer jener Orte, die ahnen lassen, dass Havanna einst die Perle der Karibik war. Die Luft ist kühl unter den üppigen Bäumen. Eine kleine Bühne gibt es hinter dem Haus, die Tische davor sind mit rotem Wachstuch bedeckt. Irgend jemand wird Musik machen heute abend. Wir trinken Bier und blinzeln in die Sonne. Wir essen das unvermeidliche Huhn mit Reis und reden über etwas, das wir vielleicht nie richtig erklären können: über unsere Liebe zu dieser Insel.

 

Meine Bekanntschaft mit Klaus Roehm führt zurück in das Jahr 1998 und nach Deutschland - er war damals nach zwei Jahrzehnten der Abwesenheit für kurze Zeit wieder im Land. Wanderer zwischen den Welten sind selten glücklich gewesen. Im Zorn habe er 1978 seine Heimatstadt Stuttgart verlassen, erinnerte er sich.

 

Ich weiß nicht, ob ich ihn während all unserer Gespräche je gefragt habe, wie konkret dieser Zorn war. Aber es hatte wohl mit Enge und Sprachlosigkeit zu tun. Dabei sagt Roehm von sich, er sei ein ganz "normales" Kind gewesen. Irgendwann habe er ein Saxophon in die Hand genommen und einfach darauf los gespielt. Es trieb ihn in die Jazz-Kneipen der Amerikaner - nicht, um Musik zu hören, sondern um mitzuspielen. Als gäbe es nichts Selbstverständlicheres für einen jungen deutschen Saxophonisten, in einer Band der US-Army zu spielen. Er muss wohl damals schon die Grenzen gespürt haben; er ging nach Oregon, suchte nach einer musikalischen Sprache und nach sich selbst. - Klaus Roehm, der Globetrotter und Philosoph. Seine Gesichtszüge spiegeln etwas von Erschöpfung, wie sie sich gegen Ende eines kreativen Prozesses einstellen kann. Roehm ist alles andere als ein Phantast, doch Idealismus hat er jede Menge, und seine Träume sind auf Erfüllung aus. Wer sich auf den sympathischen Kosmopoliten einlässt, braucht nicht mehr - und nicht weniger - als Neugier und einen wachen Geist.

 

Die Ära des Cha-Cha-Cha

 

In Havanna bin ich ihm endlich persönlich begegnet, nach fast zwei Jahren intensiver Telefonate. Damals hatte ihm eine gemeinsame Bekannte verraten, er würde bei mir offene Türen einrennen mit seiner Begeisterung, die La Sublime heißt.

 

"Wahrscheinlich hätten meine Eltern - wären sie damals auf Kuba gewesen - zur Musik von La Sublime getanzt", versucht Roehm den Brückenschlag zwischen den Zeiten. "Es war die Ära des Cha-Cha-Cha, als der Flötist Melquiades Fundora 1956 die Band gründete. Sie wurde schnell zu einem der populären Tanzorchester jener Jahre der "Charangas" mit ihrer klassischen Besetzung von Pailas (Timbales), Güiro und Tumbadora (Congas), Bass und Piano, einer Streichergruppe, Sängern und der Flöte als instrumentaler Solostimme. Eine typisch kubanische Besetzung - kreolischer Klang und eine karibische Mischung aus europäischen und afrikanischen Farben und eigener Geschichte. Daraus entwickelten sich andere Formen und andere Modetänze bis hin zum Cha-Cha-Cha.

 

La Sublime landet einen Hit nach dem anderen, die Musiker werden nach Florida eingeladen und gewinnen einen Schallplattenpreis in Afrika. Wenn Klaus Roehm von La Sublime spricht, vergisst er, dass ich zwar Cha-Cha-Cha mit ihm tanzen könnte, aber nicht die Sprache der Musik spreche. Dann wird die Kommunikation anstrengend. Aber er hat längst meine Neugier geweckt. Er schreibt mir die Geschichte seiner Leidenschaft auf, schickt mir Fotos und Videos: Klaus Roehm und La Sublime. Was sich da offenbart, hat mit Hingabe und Einfühlung zu tun. Der Deutsche ist unübersehbar präsent, bleibt aber im Hintergrund; mit seiner Zurückhaltung verneigt er sich vor einem Stück Geschichte der kubanischen Musik - und ihren Protagonisten. Wer Buena Vista Social Club gesehen hat, weiß, wovon ich rede. Und doch ist da etwas, das Wim Wenders vielleicht der Professionalität oder dem Kommerz geopfert hat: es ist die Seele dieser Symbiose. Man kann sie nicht in Filmmetern sichtbar machen, nur fühlbar.

 

Roehm fürchtet um die große Tradition. Zwar ist die "Charanga" so etwas wie eine kulturelle Institution, und die Musiker legen ihre Instrumente nicht so leicht aus der Hand, aber die Jungen tanzen Salsa, neue Bands drängen auf die Bühne - eine andere Generation mit einer ganz anderen Energie, die sich mit "frenetischem Tempo" (Roehm) in die internationale Musikszene spielt. Sicher lässt sich das Alte nicht völlig verdrängen, zumal es mit Buena Vista Social Club neuen Lebensmut gewonnen hat. Es gibt außerdem noch immer etliche Charanga-Orchester, aber sie spielen nicht in den renommierten Clubs der Ausländer. Ihr Publikum sind die, die zur Zeit des Cha-Cha-Cha jung waren und sich bei ihren Tanzveranstaltungen in den Barrios verzückt in aristokratischen Posen bewegen. Wie lange wird es La Sublime noch geben? - "Los viejos saben", die Alten kennen sich aus, sagen in Kuba die Musiker über ihre großen Meister, und so lange dieser Respekt existiere, werde die Tradition lebendig bleiben.

 

Rotierende Hüften bedrängen ihn

 

"Ich erinnere mich, wie wir, von Cancún kommend, Havanna anflogen. Es brannte kein Licht in den Straßen. Ein Bus brachte uns durch die Dunkelheit nach Playa, ziemlich weit weg vom Zentrum Havannas, wo wir wohnen sollten. Als wir ausstiegen, hörten wir Musik, irgendwo spielte eine Gruppe. Mich zog es magisch dorthin. Mit einem Chicano aus Los Angeles machten wir uns um Mitternacht auf die Suche nach dem Ursprung der Töne. Es war ein Tanzclub im Freien, eine Band spielte, nur Kubaner waren da. Der Chicano schnappte sich gleich ein Mädchen - ein Latino eben - während ich mich noch ein bisschen hilflos im Kreise drehte. Plötzlich war ich von vier Mädchen umringt, die mich mit ihren rotierenden Hüften und Gesäßen bedrängten. Ein beinahe surreales Erlebnis. Wir haben später versucht, den Platz wiederzufinden; vergeblich ..."

 

So beschreibt Klaus Roehm seine erste Begegnung mit Kuba. Das war im Februar 1995. Er habe schon immer so ein Gefühl für diese musikalische Welt gehabt, meint er. Danach lässt ihn die Insel nicht mehr los. Ein Jahr später ist er wieder dort, fährt nach Portland zurück, um bald wieder in Havanna zu sein; diesmal lockt ihn Marcelo Lagos dorthin, ein chilenischer Regisseur, für dessen ersten Film Stuttgart mi amor Roehm zusammen mit seinem amerikanischen Kollegen Greg Ives die Musik komponiert hatte; eine interessante Fügung: ein chilenischer Emigrant dreht einen Film über die Stadt, die jener Deutsche 20 Jahre zuvor verlassen hat, der ihm jetzt die Musik liefert, direkt aus Amerika....

 

Lagos fährt im März 1996 mit dem Film nach Havanna, um ihn dort in der Fundación del Nuevo Cine Latinoamericano zu präsentieren. Er überredet Klaus Roehm nicht nur, ihn zu begleiten, sondern spornt ihn an, auch ein Konzert zu geben. Der trommelt elf kubanische Musiker zusammen, sie proben vier Wochen und geben zwei Konzerte. Einige von ihnen gehören der bekannten Gruppe Mezcla an, bei denen er ein Jahr später als Gastsolist spielt. Dazwischen liegen die Höhen und Tiefen eines Musikerlebens.

 

Dann - im Januar 1998 - trifft er auf La Sublime. Er ist nach Havanna gekommen, um einige seiner neuen Kompositionen mit einer kubanischen Rhythmusgruppe einzuspielen. Tony Basanta, den er bereits von einem vorherigen Besuch kennt, ein exzellenter Kenner der Musikszene in Havanna, will ihm bei der Suche nach den geeigneten Musikern helfen. Immer wieder erzählt er von einer "Charanga" namens La Sublime oder auch La Pachangera de Cuba, wie sie von ihrem Begründer, dem legendären Flötisten Melquiades Fundora, genannt wird. Schließlich führt ihn Basanta zu einer Probe. Fundora, der eigentlich längst nicht mehr auf der Bühne steht, kommt auch. Die Begegnung zwischen einem der großen alten Männer der kubanischen Musik und dem deutschen Saxophonisten wird zu einem magischen Dialog der Töne. Roehm gibt sein ursprüngliches Vorhaben auf und produziert stattdessen eine CD mit La Sublime.

 

"Als ich daran ging, meine Rolle bei diesen Aufnahmen zu definieren, wollte ich nichts wegnehmen - die Arrangements, den Klang nicht ändern. Die Aura des Authentischen sollte erhalten bleiben. Ich musste den Klang des Saxophons in die Arrangements integrieren, um die Präsenz meines Instruments überhaupt zu rechtfertigen ..."

 

Feiner Herr mit Baseball-Mütze

 

Während zum 21. Filmfestival von Havanna im Theater Carlos Marx endlich Wim Wenders Buena Vista Social Club gezeigt und dem Auftritt von Compay Segundo entgegengefiebert wird, bin ich auf dem Wege zu einem Rendezvous mit den alten Herren von La Sublime: Klaus Roehm am Grill auf der Terrasse. Er blinzelt mir zu, als Martín, der Paila-Spieler, mit offenen Armen auf mich zukommt. Er hat mich schon "vorgewarnt": Martín sei der Diablo, der Teufel der Gruppe. Vor mir steht ein stattlicher, weißhaariger Mann Mitte 60, mit der Aura des Abenteurers. Seit 40 Jahren ist er bei La Sublime und kein bisschen müde. Santiago, der seit 45 Jahren am Klavier sitzt und die Arrangements schreibt, lächelt. Er kennt seinen Freund Martín. Und dann ist da Melquiades Fundora, von dem ich so viel gehört habe. Ich verliebe mich sofort in diesen feinen Herren mit der Baseballmütze, der den ganzen Abend sein Täschchen mit unvergleichlicher Geste auf dem Schoß hält. Hin und wieder steckt er eine Zigarette in die Spitze, raucht elegant und hört verzückt auf die Musik aus dem Rekorder. Er kommt aus einer Musikerfamilie, hat wie sein Bruder Musik studiert und bedauert, dass seine Söhne sich den Naturwissenschaften zugewandt haben. Mir gegenüber sitzt Gerardo, einer von den Jungen, Violinist und Leiter der Gruppe, ernst und schön, ein Mann, der an die Sinne geht. Am liebsten möchte ich den ganzen Abend nur zuschauen, wie sie mit Augen und Körper die Klänge ihrer großen Kollegen kommentieren. "Klau" - ihr Spanisch hält das S für überflüssig - augenzwinkernd und mit erhobenem Zeigefinger machen sie ihn aufmerksam auf irgendeinen exzellenten Passus in einem Musikstück. Eine Kommunikation, die aus der Seele kommt. Roehm ist nicht der Deutsche mit dem Saxophon, er gehört dazu und hierher. Roehm tanzt mit seiner Freundin, und ich bin verzaubert von der Harmonie ihrer Bewegungen, die nicht erlernbar ist. "Ohne dass es mir bewusst war, wurde ich in den drei Monaten Arbeit mit Sublime, mit den Auftritten und den Vorbereitungen für die Aufnahmen zu einem Teil von ihnen. Es gab viele Hindernisse, Streit, Wutausbrüche, aber wir haben etwas Wundervolles erreicht: die Musik verband uns mit einer anderen Zeit, mit Tradition. Gemeinsam mit ihren Hütern, Melquiades, Santiago und Martín. Diese Musik ist ihre Geschichte, ihr Leben. Ich liebe sie ..."

 

Gabriele Wojtiniak, Havanna

 

 

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/la-sublime-mi-amor

 

 

 

 

 

 

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